Diana Di Maria entwickelt ein E-Portfolio, das Prüfungsleistungen und Lehrinhalte digital bündelt.

Prüfungsplattform im virtuellen Raum

Romanistin Diana Di Maria für digitales Prüfungsformat ausgezeichnet
Diana Di Maria entwickelt ein E-Portfolio, das Prüfungsleistungen und Lehrinhalte digital bündelt.
Foto: Anne Günther/FSU
  • Studium & Lehre

Meldung vom: 10. Februar 2020, 12:45 Uhr | Verfasser/in: Till Bayer

Wenn Klausuren und Hausarbeiten unmittelbar bevorstehen, geraten Studierende schon mal ins Schwitzen. Das kann viele Gründe haben – eine Rolle spielt dabei, dass bei diesen Prüfungen nur die am Stichtag erbrachte Leistung zählt und die Benotung endgültig ist. Welchen Lernprozess Studierende durchlaufen haben oder ob sie sich im zugehörigen Seminar besonders engagiert haben, ist für die Prüfenden oft unerheblich.

Doch ein Wandel ist in Sicht: Im Zuge der Digitalisierung entstehen viele kreative Ideen, wie sich Universitäten mithilfe digitaler Medien von den altbewährten, aber starren Prüfungsformen lösen können. Eine solche Idee hat auch Diana Di Maria vom Institut für Romanistik der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickelt. Für ihr Projekt „E-Portfolio als studienbegleitendes Prüfungsformat“ wurde die 34-Jährige im Thüringer Wettbewerb „Innovationen in der digitalen Hochschullehre“ ausgezeichnet. Mit dem Preis ist eine Förderung in Höhe von 30.000 Euro verbunden.

Online-Sammelmappe für die gesamte Studienzeit

Das E-Portfolio ist eine Art Online-Sammelmappe, die Studierende ihre gesamte Studienzeit lang pflegen. In dieser Mappe bündeln sie Prüfungsleistungen und Lehrinhalte gleichermaßen und können sich dort auch mit Lehrenden und anderen Studierenden austauschen.

Diana Di Maria

In ihrem Projekt entwickelt die junge Romanistin ein solches E-Portfolio für den geplanten neuen interdisziplinären Master-Studiengang „Literarisches Übersetzen“. Darin wählen Studierende zu Beginn ein Schwerpunktfach aus den vielen verschiedenen Philologien der Universität Jena ­­– zum Beispiel Slawistik, Latinistik oder Romanistik. Aus dem jeweiligen Schwerpunkt wird ihnen dann eine Betreuungsperson zugewiesen, die über das E-Portfolio den gesamten Lernfortschritt überblickt – und Prüfungen abnimmt, die in gemeinsamer Absprache ausgewählt werden.

Bewerbungsprofil per Mausklick zusammenstellen

Das E-Portfolio bietet jedoch nicht nur Vorteile bei der individuellen Betreuung. Studierende können übersetzte Texte, die sie dort hochgeladen haben, sowohl mit den Dozierenden als auch untereinander diskutieren. Das langfristige Archivieren von Texten erleichtert es ihnen, ihre Stärken auszubauen und Schwachstellen zu verbessern. Außerdem bleiben sie über das E-Portfolio – das jederzeit und von überall aus abrufbar ist – in Kontakt mit Expertinnen und Experten aus der Übersetzungspraxis, die für mehrtägige Workshops an die Uni kommen. Nicht zuletzt soll das digitale Angebot eine Funktion besitzen, mit der Studierende ihre herausragenden Texte und Prüfungsleistungen in einem Profil zusammenstellen. So haben sie quasi auf einen Klick alle Unterlagen zur Verfügung, um sich bequem auf Stipendien, Praktika oder den ersten Job nach dem erfolgreichen Studienabschluss bewerben zu können.

Die Idee für das E-Portfolio entwickelte Diana Di Maria im Zuge mehrerer Fortbildungen in der Servicestelle LehreLernen der Universität Jena. Mit der Förderung, die das Thüringer Wissenschaftsministerium und der Stifterverband jetzt bereitstellen, kann sie das Vorhaben schon bald in die Tat umsetzen. Dafür will sie ab März in ausgewählten Lehrveranstaltungen testen, welche Software für das E-Portfolio am besten geeignet ist und wie es sich als Hilfsmittel optimal in den Studienverlaufsplan einbauen lässt. Anschließend will sie die Lehrenden im Umgang mit der Software schulen, eine Bedienungsanleitung verfassen und diese durch Video-Tutorials ergänzen.

„Nach Ablauf der Förderungsphase sollen sich alle Lehrkräfte im neuen Studiengang mit dem E-Portfolio auskennen und die Fragen der Studierenden beantworten können“, blickt Di Maria in die Zukunft. „Wenn das Projekt erfolgreich ist, könnte es sogar auf andere Masterstudiengänge der Universität Jena ausgeweitet werden.“

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